Bautzen bietet ein Bild davon, wie eine mittelalterliche Stadt langsam aber stetig nach außen wächst, über die Stadtmauern hinaus seine Grenzen ausweitet und trotzdem den alten Kern dem Auge sichtbar erhält. Städte wie Bautzen erzählen Geschichten von der Tradition des alten Handwerkes, von „unmodernen“ Lebensweisen in engen Gemäuern und dem Wachstum in industrieller Zeit seit dem 18. Jahrhundert. Wo einst vor 1000 Jahren die via regis als wichtigste Verbindung zwischen den großen mittelalterlichen Handelsstädten Erfurt und Breslau entlang führte, und damit auch die Handelswege zwischen der iberischen Halbinsel und Asiens verband, fährt man heute auf der
Autobahn oder der Landstraße von Dresden in die Oberlausitz.
Durch die Lage der Stadt zwischen Schlesien, Polen, Kursachsen und Böhmen erlebte Bautzen viele kulturelle Strömungen und Herrschaftseinflüsse. Die sorbische Volkskultur hat noch heute hier ihr Zentrum, Trachten und Mundart im alten Budussin sind Zeichen dafür. Seit 1240 besitzt Bautzen das Stadtrecht, um 1500 hatte die Stadt einen Höhepunkt in Verwaltung, Wirtschaft und repräsentativem Stadtbild erreicht.